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Montag, 07.05.2018 Kommentar

Aus dem All kommen neue Jobs für die Erde

SZ-Wissenschaftsredakteur Stephan Schön über den Osten und die hier fehlende Forschung

Stephan Schön
Stephan Schön

© Matthias Rietschel

Ein Satellitenteil aus Metall wird eben gefertigt, groß zwar, aber nicht so spannend eigentlich – auf den ersten Blick. Was hier als extrem stabiles und ultrapräzises Bauteil aus dem Drucker kommt, hat jedoch zuvor so noch niemand hergestellt. Das Wissen dafür kam nicht mit dem Satellit hereingeschwebt, es ist die harte Vorarbeit vieler Jahre. Im 3-D-Druck von großen Bauteilen ist Dresden weltweit ganz vorn mit dabei. Es ist eine Chance mehr für den Standort, für Sachsen. Es ist die Chance, neben Chips und Gentech noch ganz andere Technologiefirmen ins Land zu holen. Dieses neue Know-how lässt auf Ausgründungen und Aufträge hoffen.

Wichtig sind solche industrienahen, wenn auch staatlichen Projekte im Osten Deutschlands vor allem deshalb, weil es hier an Industrieforschung mangelt. Die Konzernzentralen sitzen nun mal in den westdeutschen Bundesländern, wenn überhaupt noch in Deutschland. Und die dazugehörige Konzernforschung ist bei ihnen. Doch die meisten neuen Jobs folgen halt den neuen Ideen. Mal schneller, manchmal auch langsamer. Aber wo nicht industrienah geforscht wird, da wachsen auch keine Firmen nach.

Großaufträge, wie dieser gedruckte Satellit, zeigen zumindest, was hier alles machbar ist. Dem Satellit folgt jetzt schon viel mehr. Es sind neuartige medizinische Implantate bis hin zu großen Flugzeugteilen. Aus all dem können einmal Geschäftsmodelle wachsen – und das auch jenseits großer Konzernzentralen.

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