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Montag, 14.05.2018 Kommentar

Aufstieg bleibt nur eine Vision

Dynamo Dresden ist weiter zweitklassig – und das ist eine gute Nachricht, findet Tino Meyer. Denn selbstverständlich ist es nicht, die dritte Saison hintereinander in der 2. Liga zu spielen, auch wenn die Fans mehr wollen.

Von Tino Meyer

SZ-Sportredaktweur Tino Meyer.
SZ-Sportredaktweur Tino Meyer.

© Robert Michael

Dynamo ist weiter zweitklassig – und das ist eine gute Nachricht. Trotz der Niederlage gegen Union Berlin spielt der größte Sportverein der neuen Bundesländer auch nächste Saison in der 2. Fußball-Bundesliga. Es wird die dritte hintereinander sein, herzlichen Glückwunsch dazu. Selbstverständlich ist das nämlich nicht, auch wenn es beim Selbstverständnis des Vereins und dem Großteil seiner Fans mindestens die erste Liga sein müsste. Nicht wenige haben genau das diesmal schon erwartet: den Aufstieg.

Gekommen ist es ganz anders. Überraschen dürfte die scheinbar stagnierende sportliche Entwicklung zumindest die Strategen im Verein nicht. Denn realistisch betrachtet und vor allem verglichen mit der Konkurrenz kann Dynamo in der jetzigen Verfassung nicht mehr als zweitklassig sein. Das hat natürlich zuerst mit Geld zu tun. Beim Raubtierkapitalismus, den das Millionen- und Milliardengeschäft Profifußball mehr denn je verkörpert, ist Dynamo in der Nahrungskette noch viel weiter unten angesiedelt, als es der 14. Tabellenplatz vermuten lässt.

Es sind aber auch die Bedingungen in Dresden, die den Bundesliga-Aufstieg mehr zur Vision als zu einem mittelfristig erreichbaren Ziel machen – Stichwort Stadionverträge (nicht marktüblich), Trainingszentrum (gerade erst Baubeginn) und Erwartungshaltung (latent zu hoch) verbunden mit Geduld (meist zu gering). Für den Moment ist es deshalb das Wichtigste, die Gründe für die sportlich enttäuschende Saison aufzuarbeiten.

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