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Dienstag, 12.09.2017

Auf Zeitreise durch Weißwasser

Was aus Weißwasser geworden ist, wissen viele Einheimische nicht zu schätzen. Hobbyfotograf Marcus Henschel gibt in seiner Ausstellung jetzt Anstöße dazu.

Von Constanze Knappe

Weißwasser auf historischen Stadtbildern und im Vergleich dazu das heutige Aussehen. Was Einwohner der Stadt damit verbinden, darf gerne niedergeschrieben werden.
Weißwasser auf historischen Stadtbildern und im Vergleich dazu das heutige Aussehen. Was Einwohner der Stadt damit verbinden, darf gerne niedergeschrieben werden.

© Joachim Rehle

Wie sah 1931 die Schule im Alten Dorf an der Ecke Berliner Straße aus? Manche Weißwasseraner werden sich daran noch selbst erinnern. Jüngeren bleibt der Blick auf alte Fotos. Darauf, wie der Bahnhof 1908 aussah oder 1931 das Bahnhofsgelände von oben. Den historischen Aufnahmen sind aktuelle Bilder gegenübergestellt, alles in allem knapp zwanzig Fotopaare. Seit Freitag sind sie in der Sichtbar in Weißwasser zu sehen, in der Ausstellung „Weißwasser – Damals & Heute“ des Hobbyfotografen Marcus Henschel. Sein Vater stammte aus Weißwasser. Er ist 1984 in Zwickau geboren, kam 1990 mit der Familie hierher. Marcus Henschel lernte am Landau-Gymnasium, absolvierte eine Berufsausbildung als Sicherheitsfachkraft bei der Deutschen Bahn in München. Seit dem vorigen Jahr ist er im Sicherheitsbereich auf dem Münchener Flughafen für 100 Mitarbeiter zuständig. Mit Frau und Sohn lebt er in Bayern, verlor Weißwasser aber nie aus den Augen. Seine Hobbys sind Fotografie, Stammbaumforschung sowie die Geschichte der alten Heimat. „Es ist toll, was aus Weißwasser geworden ist. Ich finde es schade, dass viele Einheimische gar nicht zu schätzen wissen, was die Stadt alles bietet“, sagt er.

Auf einer Internetseite hat Marcus Henschel alte und neue Bilder der Stadt nebeneinandergestellt und in sogenannten „Slidern“ so miteinander verknüpft, dass man mit einem Wisch darüber in den Zeiten wechseln kann. So wurden auch Anja Holub und Anett Felgenhauer auf den Hobbyfotografen aufmerksam. Über Facebook kam man in Kontakt und bald war verabredet, in der Sichtbar in Weißwasser, der Galerie Kunstschmiede, eine Ausstellung zu zeigen. Die Beschriftung der Bilder ist mit Absicht spartan gehalten. „Wir möchten, dass Großeltern mit ihren Enkeln ganz in Familie die Ausstellung besuchen“, erklärt Anett Felgenhauer von der Initiative Sichtbar. In der Schau liegt ein Büchlein bereit – für Erinnerungen der Besucher. Die kann man selbst einschreiben oder auch zur Niederschrift erzählen. Schulklassen können mit dem Ortschronisten Lutz Stucka ins Gespräch kommen. Zu sehen ist die Ausstellung bis Dezember. An einem Wochenende wird Marcus Henschel selbst herkommen. Er bedauert, dass ihm das zur Ausstellungseröffnung nicht möglich war.

„Weißwasser Damals & Heute“, Sichtbar, Schmiedestraße 3 in Weißwasser. Montag u. Donnerstag 16 bis 18 Uhr.