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Freitag, 06.04.2018

Auf die Stärken besinnen

Der Dresdner SC muss sich etwas einfallen lassen, um das drohende Halbfinal-Aus gegen Schwerin noch abzuwenden.

Von Michaela Widder

Gute Annahmen von Katharina Schwabe sind immens wichtig für das Dresdner Spiel.
Gute Annahmen von Katharina Schwabe sind immens wichtig für das Dresdner Spiel.

© Robert Michael

Aus der Forderung der Dresdner Volleyballfans ist seit dem ersten Halbfinale gegen Schwerin eher Wunschdenken geworden. „Felix, rück die Schale raus“, hatten ein paar Anhänger auf einem Plakat forsch formuliert – und damit auf die letztjährige Meisterschaft von der Mannschaft um Felix Koslowski angespielt.

Nach dem 0:3 der Dresdner Volleyballerinnen am Dienstag in eigener Halle dürfte allerdings die Hoffnung auf einen Finaleinzug ein wenig geschwunden sein. „Schwerins Denke wird zu Recht sein: Das machen wir zu Hause locker zu“, sagte Alexander Waibl, „ da müssen wir jetzt schauen, dass wir ein bisschen dagegen halten.“ Der Trainer vom Dresdner SC klang diese Saison schon mal zuversichtlicher. Zu deutlich fiel die Niederlage im Duell der Dauerkontrahenten um den Titel aus. Sollte sich ähnliches am Samstag in Schwerin wiederholen, ist die Saison für Dresden zu Ende.

Das Team wird seine Lehren aus der Niederlage ziehen, wie damals schon aus dem ersten Viertelfinale gegen Potsdam. „Daran sollten wir uns erinnern“, meint Waibl. Doch die Chance, in dieser Play-off-Serie gegen den amtierenden Meister noch zwei Partien zu gewinnen, ist erheblich geringer. „Wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen, denke ich, dass noch was möglich ist“, blickt Waibl nach vorn. „ Aber es wird nicht leichter. In eigener Halle schlagen sie noch ein bisschen besser auf, da müssen wir uns was einfallen lassen.“

Der Dresdner Trainer wird längst einen Plan haben, wie er Schwerin doch noch Paroli bieten will. „Wir müssen mit einer anderen Mentalität, einem anderen Kopf auflaufen“, meint Kapitän Myrthe Schoot, die „volle Kanone“ ordert: „Alles geben, egal, ob man sich dabei eine Beule am Knie holt.“ Mangelnden Einsatz kann man den Dresdner Spielerinnen in dieser Saison keinesfalls vorwerfen. War es am Dienstag vielleicht doch nur ein Blackout, der jedem mal passiert? „Es gibt ein paar Spielerinnen, die sicherlich unter ihren Möglichkeiten waren“, analysierte Waibl: „Unsere Zuspieler mussten sehr viel laufen. Dadurch sind wir in Situationen gekommen, die unserer Mannschaft nicht liegen.“

Damit spricht er das Problem an: die Annahme. Wenn die gut funktioniert, kann Mareen Apitz ihr typisch schnelles Spiel aufziehen. Verdient führt die 31-Jährige die Statistik als wertvollste Spielerin der Liga mit acht Goldenen vor SSC-Punktesammlerin Louisa Lippmann an.

Dass Schwerin auf den Angriffspositionen insgesamt besser besetzt ist, ist kein Geheimnis. „Wir wussten vor der Saison, dass sie vor allem in puncto Angriff etwas überlegen sind. Da hat sich im Verlauf nicht sonderlich viel geändert“, sagt Waibl, stellt aber fest: Wir haben das bisher gut kompensiert.“ Den Pokal gewann sein Team – und in der Meisterschaft gibt man sich noch längst nicht geschlagen.

Sport 1 überträgt das Halbfinale ab 18.25 Uhr.

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