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Montag, 13.11.2017

ATP-Finals: Zverev vor Saisonhöhepunkt in London

Ab Sonntag treffen sich

Bildautor: moerschy / Dtld.
Bildautor: moerschy / Dtld.

bei den Londoner ATP Finals die acht besten Tennisprofis der Welt auf dem Court. Unter ihnen ist auch der deutsche Alexander Zverev, der erst im April seinen 20. Geburtstag feierte. Nach einer fabelhaften Saison hofft er auf einen ebenso glänzenden Abschluss.

Wenn am Montag der Startschuss für die diesjährigen ATP-Finals in London fällt, sollte Alexander Zverev eigentlich irgendwo ganz anders sein. Denn in etwa zeitgleich findet die Nachwuchs-Ausgabe des Wettbewerbs - „NextGen“, wie es beim ATP-Verband knackig heißt - in Mailand statt. Zur Premierenausgabe des Youngster-Turniers sollte eigentlich auch ihr Aushängeschild Zverev mitspielen, nur ist dieser bereits mit größeren Aufgaben beschäftigt. Nach einer sensationellen Saison 2017 ist der Hamburger auf Startplatz 3 beim Turnier der „Großen“ gesetzt - ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Karriere Zverevs.

Ganz oben angekommen in der Weltspitze

Wenn alles glatt läuft, beendet der 20-Jährige die Saison als Weltranglisten-Dritter, vor einem Jahr lag er noch auf Rang 24. Aus Deutschland haben das bisher nur Boris Becker, Michael Stich und Tommy Haas geschafft - alle drei besitzen Legendenstatus. Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg für Zverev, nichtsdestotrotz hat er ein Ausnahmejahr hinter sich. Insgesamt gewann er fünf Titel, zwei davon bei den renommierten ATP Masters 1000 Turnieren in Montreal und Rom. Unvergessen bleibt auch sein Match gegen Rafael Nadal bei den Australian Open, dem er sich nach über vier Stunden und fünf Sätzen geschlagen geben musste.

Die Zahlen und Fakten aus 2017 sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Zverev gewann fast drei Viertel seiner Matches, insgesamt waren es 54. Seine Angaben sind mit bis zu 220 km/h bereits bei Gegenspielern aus aller Welt gefürchtet. Das alleine wird in London aber nicht reichen. Denn dort warten mit Roger Federer und Rafael Nadal die aktuell führenden und zugleich erfahrensten Spieler der Weltrangliste. Zudem tat sich Zverev bei den großen Grand-Slam-Turnieren bisher schwer. In Wimbledon reichte es zum Beispiel nur fürs Achtelfinale. Und mit dem Österreicher Dominic Thiem steht ein weiterer Nachwuchs-Spieler in London auf dem Platz, der für Zverev gefährlich werden könnte. Die beiden gelten mittlerweile schon als die Zukunft des Tennissports.

ATP testet neue Regeln bei der „NewGen“

Um die Zukunft macht sich derweil auch der Tennisverband ATP Gedanken. Genauer gesagt um die Vermarktbarkeit, respektive die Zuschauer vor den Fernsehgeräten. Damit diese nicht stundenlang auf den Ausgang eines Matches warten müssen, testet der Verband beim NewGen-Turnier in Mailand neue Regeln für den Sport aus, die kontrovers diskutiert werden. Anders als beim Fußball greifen die Änderungen tiefgreifend ins Spielgeschehen ein.

Ein Match soll versuchshalber über drei statt zwei Gewinnsätze gespielt werden. Dafür muss ein Spieler nur vier Spiele gewinnen, um einen Satz zu holen. So soll ein schnelleres Spiel mit mehr Spektakel erzeugt werden. Zudem soll es - wie im Doppel seit Jahren üblich - keinen Einstand mehr geben. Eine sogenannte „Shot-Clock“ soll zu lange Pausen zwischen den Punkten vermeiden. Alexander Zverev ist von den Vorschlägen nicht sonderlich begeistert und speiste sie im Vorfeld bereits teilweise als „Schwachsinn“ ab. Gut nur für ihn, dass er von den Neuerungen zumindest vorerst nicht betroffen ist.

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