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Donnerstag, 17.05.2018 Kommentar

ARD und ZDF müssen sich ändern

SZ-Redakteur Thilo Alexe regt Reformen an, um die Akzeptanz der Öffentlich-Rechtlichen wieder zu steigern.

SZ-Redakteur Thilo Alexe.
SZ-Redakteur Thilo Alexe.

© Robert Michael

Gut möglich, dass das Bundesverfassungs-gericht Korrekturen am Rundfunkbeitrag vornimmt. Im Kern allerdings ist das System kompakt und unbürokratisch: pro Wohnung ein Beitrag. Es ist schwer vorstellbar, dass jemand weder Radio noch Fernseher besitzt und selbst im Internet nicht auf öffentlich-rechtliche Seiten zugreift. Dennoch erhalten hartnäckige Beitragsgegner, die von einer Zwangsabgabe reden, Zuspruch.

Das liegt vermutlich nicht so sehr an den 17,50 Euro pro Monat. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben ein Imageproblem. Sie gelten als kostenintensiv und müssen sich der Frage stellen, ob zur Grundversorgung tatsächlich Quizsendungen, Spielshows und teuer erkaufter Sport gehören. Das kann Karlsruhe zwar nicht entscheiden. Die Debatte aber muss dennoch geführt werden.

Ein vom Grundsatz staatsferner und teils föderal strukturierter Rundfunk hat seine Berechtigung. Die Sender zeigen flächendeckend Präsenz und liefern ein breites wie fundiertes Informationsangebot. Das kostet Geld. Kippt die Beitragsfinanzierung, gäbe es die Möglichkeit, echte Steuern zu erheben.

Dann aber wären vor allem die ARD-Sender bei ihren Etats abhängig von den Länderparlamenten, die dann wohl auch inhaltlich mitbestimmen wollen. Werbeblocks in der Tagesschau oder Regionalmagazine als Pay-TV sind auch keine Alternativen. Ein Verzicht auf Beitragserhöhung und auf manche Formate dagegen könnten die Akzeptanz für Öffentlich-Rechtliche steigern.

E-Mail an Thilo Alexe.

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