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Samstag, 12.08.2017

Antrag zum Lößnitzbad zurückgezogen

Die Grünen wollten die Umwandlung in eine offene Badestelle neu verhandeln. Jetzt ruderten sie zurück.

Von Nina Schirmer

Das Lößnitzbad in Radebeul.
Das Lößnitzbad in Radebeul.

© Archiv/Arvid Müller

Radebeul. Durfte der Aufsichtsrat der Stadtbäder- und Freizeitanlangen GmbH (Sbf) allein entscheiden, dass das Lößnitzbad zu einer offenen Badestelle wird, oder hätte der Stadtrat darüber abstimmen müssen? Mit dieser Frage musste sich die Stadtverwaltung jetzt auseinandersetzen. Die Stadtratsfraktion der Grünen hatte einen Antrag formuliert, in dem es heißt, dass der Aufsichtsrat mit der wesentlichen Veränderung des Lößnitzbades von einem städtischen Freibad in eine offene Badestelle seine Kompetenzen überschritten habe. Gemäß der Sächsischen Gemeindeordnung müsse die Entscheidung vom Stadtrat getroffen werden.

Die Stadtverwaltung sieht das anders. In einer Stellungnahme argumentiert Radebeuls Zweiter Bürgermeister Winfried Lehmann, dass es sich bei der Umwandlung in eine offene Badestelle nicht um eine wesentliche Veränderung im Sinne der Sächsischen Gemeindeordnung handele. Unter anderem deshalb, weil mit der Badestelle kein neues Geschäftsfeld aufgebaut werde, der geplante Jahresverlust nicht über 20 Prozent liege und sich die Belegschaftsgröße nicht um mehr als drei Vollzeitstellen ändere.

In der letzten Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses zogen die Grünen ihren nun Antrag zurück. Fraktionsmitglied Heinz-Jürgen Thiessen sagte, man nehme die Stellungnahme der Verwaltung zur Kenntnis. Ganz akzeptieren könne er sie aber trotzdem nicht. „Wir denken, dass es richtig gewesen wäre, darüber im Stadtrat abzustimmen.“ Gleichzeitig dankte er Lehmann dafür, dass vieles im Bad nachgebessert worden sei. Es gebe viele positive Reaktionen.

CDU-Fraktionschef Ulrich Reusch schob hinterher, dass das Echo zum Bad nach und nach immer besser werde. „Das Modell hat funktioniert“, sagte er. Nun sei zu hoffen, dass auch die Nutzer vernünftig damit umgehen. Bürgermeister Lehmann erklärte, dass im Zuge der weiteren Planung für das Gelände mit dem geplanten dritten Sportplatz und einem eventuellen Campingplatz auch über einen Funktionstrakt mit Duschen nachgedacht werde. Viele Bürger hatten bedauert, dass die Duschen im Bad zurückgebaut wurden.

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