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Dienstag, 17.04.2018 Kommentar

Am Ende beißt sich Zeithain in den Hintern

Das Unternehmen lässt die Entscheidung zu einer Ansiedlung offen. Das bringt die Kommune in die Bredouille – Antje Steglich über die vorläufige Absage der Südkoreaner.

SZ-Redakteurin Antje Steglich
SZ-Redakteurin Antje Steglich

© Lutz Weidler

Der Traum vom Großinvestor für das Alte Lager ist geplatzt. Zwar soll der Kontakt zwischen dem Automobil-Logistik-Unternehmen aus Südkorea und der Gemeinde Zeithain nicht gänzlich abgebrochen werden, doch der soeben erst erwachte Optimismus dürfte trotzdem ein jähes Ende gefunden haben. Denn die asiatischen Investoren verschmähten nicht nur einen Optionsvertrag – eine Art kostenpflichtige Reservierung der Fläche –, sondern ließen sich nicht einmal auf einen Letter of Intent, also eine recht unverbindliche Absichtserklärung, ein. Wie es mit der Fläche weitergeht, ist damit nun wieder völlig offen. Und die Chancen sind groß, dass die Gemeinde Zeithain einen Weg einschlagen wird, den sie später bereut.

Stellt die Kommune die Fläche nämlich für die Erweiterung des Solarparks zur Verfügung, und später kommen die Südkoreaner, um doch noch bauen zu wollen, würden sich die Zeithainer in den Hintern beißen. Bleibt die Fläche dagegen in der Hoffnung auf den Großinvestor frei, und der meldet sich nie wieder, würde die Kommune wiederum den verpassten Pachteinnahmen hinterherweinen.

Bürgermeister und Gemeinderäte müssen sich also jetzt entscheiden: Setzen sie auf Risiko oder Sicherheit? Mit Blick auf die sich gerade erst erholende Gemeindekasse dürften nicht wenige Lokalpolitiker das Risiko scheuen.

E-Mail an Antje Steglich

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