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Freitag, 19.05.2017

Alte Turnhalle hat neuen Besitzer

Nachdem ein erster Käufer seine Pläne aufgeben musste, geht das Objekt an einen anderen Rabenauer Unternehmer.

Von Annett Heyse

Der alte Sportsaal an der Nordstraße wechselt für 185000Euro den Eigentümer. Erbaut wurde die Halle 1890 für die Turner, zuletzt stand das Haus leer.
Der alte Sportsaal an der Nordstraße wechselt für 185 000 Euro den Eigentümer. Erbaut wurde die Halle 1890 für die Turner, zuletzt stand das Haus leer.

© andreas weihs

Rabenau. Rabenaus alte Turnhalle an der Nordstraße hat ihre besten Tagen längst hinter sich: Spinnenweben hängen von der Decke, es riecht muffig, die Sanitäranlagen und Umkleiden sind zum Vergessen. Denn Sport wird hier schon länger nicht mehr betrieben, seit 2009 am Stadion ein Neubau eingeweiht wurde. Nur sporadisch nutzen Sportler den Altbau noch hin und wieder als Ausweichquartier. So zum Beispiel 2015, als die neue Halle nach einem Wasserschaden geschlossen bleiben musste. Doch seitdem ist der Sportsaal an der Nordstraße wieder verwaist.

Deshalb beschloss der Stadtrat bereits im Frühjahr 2015, die Halle samt Hartplatz dahinter zu verkaufen. Leichter entschieden als getan – noch immer ist die Zukunft der Halle unklar. Dafür kam das Gebäude nun innerhalb eines Jahres ein zweites Mal unter den Hammer. Der Rabenauer Handwerker Peter Faust, der in der Stadt eine Zimmerei betreibt, ist der Käufer. Er hatte das zweitbeste Gebot abgegeben.

Kauf an Finanzierung gescheitert

Zunächst hatte sich auf Anzeigen in Amtsblatt und Internet ein anderer Rabenauer gemeldet, der die Halle für 200 000 Euro erwerben wollte. Der Handwerker bekam im April 2016 den Zuschlag. Sein Plan: Die Halle zunächst als Lagerraum nutzen und die Wohnungen im Kopfbau sanieren. Zu weiteren Plänen, beispielsweise den großen Innenhof, wollte er sich damals nicht äußern.

Doch das Projekt scheiterte. Nach Aussage des Rabenauer Bürgermeisters Thomas Paul (CDU) zögerte die Bank des Handwerkers bei der Finanzierung des Kaufpreises. „In der letzten Information an uns hieß es, dass die Finanzierung nach wie vor nicht gesichert ist“, sagte Paul. Der Käufer wollte daher die Halle zunächst mieten, aber da machte die Stadt nicht mit. Der Unterhalt kostet der Stadt nämlich viel Geld. So müssen im Winter die Heizungen laufen, weil die Sanitäranlagen sonst einfrieren. Dazu kommen Kosten für Versicherung, Reparaturarbeiten, Wartung, Grundsteuer. Rabenau wollte die alte Halle daher endlich losschlagen. Der Kaufvertrag wurde nun aufgehoben und Bieter Nummer zwei der Zuschlag erteilt. Peter Faust kauft die Halle für 185 000 Euro, der Stadtrat hat dem bereits zugestimmt. Der Verkehrswert allerdings wurde vor zwei Jahren noch mit 213 000 Euro angegeben.

Abgegeben wird letztendlich ein innerstädtisches Grundstück in zentraler Lage mit rund 2 000 Quadratmeter Größe. Die Sporthalle ist dabei nicht im schlechtesten Zustand. Errichtet wurde sie 1890 als Saal. 1925 kamen ein Anbau für Umkleiden, Toiletten und Waschräume sowie zwei Wohnungen im Obergeschoss hinzu. Diese stehen ebenfalls seit gut sieben Jahren leer. Das Haus hat keine Wärmedämmung, dafür wurden vor einigen Jahren neue Fenster und Türen eingebaut. Insgesamt sei die Bausubstanz gut, heißt es aus dem Rabenauer Bauamt. Der Innenhof hat eine Zufahrt, eine Erschließung ist unkompliziert und die Fläche im Flächennutzungsplan als Wohn- und Gewerbestandort verzeichnet.

Errichtet wurde die Halle 1890 als Saal. Bis dato mussten die Turner unter freiem Himmel trainieren und ihre Wettkämpfe durchführen. 1925 kam ein Anbau für Umkleiden, Toiletten und Waschräumen sowie zwei Wohnungen im Obergeschoss hinzu. Hinter der Halle befand sich ein Sportplatz, allerdings kein genormtes Spielfeld. Es ist eine der letzten freien, bebaubaren Flächen im Zentrum von Rabenau – und durchaus attraktiv für Wohnbebauung: Zwei Einfamilienhäuser oder ein Mehrfamilienwohnhaus würden gut darauf passen, ebenso ein Betriebshof oder Lagerplatz.

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