• Einstellungen
Samstag, 20.05.2017

Alte Schule – junge Schüler

Die Grundschule Schubertallee feiert 160-jähriges Bestehen. Im Volksmund heißt sie immer noch Holzpantoffel-Gymnasium.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Chorleiter Stefan Jänke mit den Chorklassen der ersten Grundschule beim Eröffnungskonzert des Schulfestes in der Marienkirche.
Chorleiter Stefan Jänke mit den Chorklassen der ersten Grundschule beim Eröffnungskonzert des Schulfestes in der Marienkirche.

© Klaus-Dieter Brühl

Großenhain. Die älteste Schule Großenhains ist die erste Grundschule Schubertallee nicht – denn das ist ja die Alte Lateinschule, das heutige Museum am Kirchplatz. Das 1857/58 als Armenhaus am ehemaligen Festungszwinger erbaute Gebäude ist aber auch schon seit 160 Jahren Schulgebäude, und zwar ein Besonderes. Weil hier „nur“ die Volksschule untergebracht war bzw. vorher die Knabenschule – die Mädchenschule war ja an der Mozartallee – heißt das Haus noch heute im Volksmund Holzpantoffel-Gymnasium. Das heutige Gymnasium, die frühere Bürgerschule, entstand erst 30 Jahre später.

Mit Stolz können die jetzigen 166 Schüler also auf ihr altes Haus schauen. Und es mit frischem Elan erfüllen – so wie beim gestrigen Schulhoffest zum Jubiläum und beim Eröffnungskonzert vorher in der Marienkirche. Da hatten die Chorklassen ihre große Stunde. In Schul-T-Shirts boten sie ihr Programm „Helden“ vor voll besetzten Rängen dar. Von Gerhard Schöne und Martin Luther reichte das Programm über Volks- und Kinderlieder bis zu eindeutig christlich geprägten Beiträgen. Selbst ein Schulfestlied, das Karl-Benjamin Preusker vor über 100 Jahren gedichtet hatte, wurde vorgestellt. „Es lebe, wer mit uns sich freut“, heißt es darin.

Ehemaliger Schulleiter freut sich

Schulleiterin Sylvia Ufert begrüßte im Namen ihrer 13 Kollegen viele Eltern, Geschwister, ehemalige Mitarbeiter, Schulleiter anderer Grundschulen, den Oberbürgermeister und Geschäftspartner. Auch der frühere Schulleiter Manfred Richter aus Naunhof war im T-Shirt des Ehrenmitglieds gekommen. „Da werden für mich Erinnerungen wach“, sagte er froh. Manche Schüler kenne er noch, und es mache ihm große Freude, die munteren Stimmen der Kinder zu hören.

Zwar wünschen sich die Grundschüler und auch das Kollegium noch eine lichtdurchflutete Aula in ihrer altehrwürdigen Schule. Doch die Sonne war ihnen gestern beim Schulhoffest hold. Da gab es eine Ausstellung zur Geschichte der Schule zu bestaunen, Jugendfeuerwehr und mobiles Jugendprojekt stellten sich vor, das Deutsche Rote Kreuz hatte eine Station für Erste Hilfe aufgebaut und es war ein großer Kinderflohmarkt organisiert. In Erinnerung wird allen wohl auch das Abschlusslied bleiben, bei dem am Abend viele bunte Luftballons in den Großenhainer Himmel stiegen. Bis 2022, so Schulleiterin Ufert, wird die 160-jährige Schule weiter aufgehübscht. Neu entstanden ist gerade die zweite Fluchttreppe im Innenhof. Es gab auch neue Türen, Garderobenspinde, Heizkörper im Dachgeschoss. Doch es fehlen Gruppenräume zum individuellen Arbeiten und vor allem ein Zimmer fürs Profil Musik. Eine Spezialisierung, die die Schule ausmacht, wie man in der Kirche hören konnte.