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Samstag, 30.12.2017

Alle Zeichen stehen auf einen warmen Winter

Ziemlich unauffällig und doch extrem: Das Wetter im Jahr 2017 war fast normal, aber eben nur im Jahresdurchschnitt.

Von Stephan Schön

Pfützen nicht nur in Dresden: Das Jahr 2017 endet im sächsischen Flachland lau und feucht.
Pfützen nicht nur in Dresden: Das Jahr 2017 endet im sächsischen Flachland lau und feucht.

© dpa

Dresden/Leipzig. Statt mit eisigem Frost wie 2017 kommt das neue Jahr als Frühling daher. Mehr als zehn Grad sollen es Silvester werden. Eisiger Winter ist nicht in Sicht. Die Tage jetzt und nach dem Jahreswechsel geben in mehr als 70 Prozent der Fälle den Trend für den gesamten Januar vor. Globale Strömungen stecken dahinter. Westanströmung nennt sich das, sagt Thomas Hain vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig. „Dabei zieht ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen an uns vorbei.“

Jetzt eben pumpt die Vorderseite warme Luftmassen weit aus dem Süden heran. Nach Neujahr folgt Abkühlung mit Polarluft auf der Rückseite des Tiefs. Dieses Jo-Jo-Wetter vom letzten Jahr setzt sich nun fort. „Ein stabiler Winter sieht jedenfalls anders aus“, sagt Hain. Auch beim Blick auf die Jahreszeitenvorhersage des DWD ist Dauerfrost nicht erkennbar. Tendenziell ein Grad wärmer als die letzten 30 Jahre soll demnach der Winter werden und etwas zu feucht. Das haben die Supercomputer der deutschen Klima- und Wetterforscher so berechnet. Eine frostige Episode ist dennoch möglich so wie im April 2017 nach den ersten Sommertagen mit über 25 Grad. Die Wärme ließ Sachsens Vegetation schon Anfang März und damit zwei Wochen früher starten. Die Vegetationszeit ging auch zehn Tage länger bis zum Dezember. Es wäre eine prächtige Ernte geworden. Doch der Frost vom 20. April brachte erhebliche Schäden an Obst und Wein, sagt DWDAgrarmeteorologe Falk Böttcher.

Gefühlt ist der letzte Sommer ausgefallen und auch der Rest war ziemlich mies. Meteorologisch gesehen war es in Sachsen aber 1,4 Grad zu warm. 2017 gilt bundesweit als das achtwärmste Jahr seit 1881. In Sachsen gab es zudem mehr Sonne als üblich und nur ganz normal Regen. Der extreme Starkregen vom Juli hat Berlin erwischt. „Da hatte Sachsen einfach nur Glück“, sagt Hain. Orkan Herwart indes verschonte dann im Oktober Sachsen nicht mehr. Windstärke 12+ und 176 km/h auf dem Fichtelberg, von Oschatz bis Görlitz waren es immer noch mehr als 110 km/h und Windstärke 11. 2018 beginnt auch stürmisch, aber nur mit Windstärke 6 bis 7.

Sachsens Wetterrekorde

Am meisten Sonne hatte Nossen, in Carlsfeld war es am dunkelsten.

Den meisten Regen gab es in Carlsfeld, den wenigsten in Leipzig-Schkeuditz. Nossen fehlte das meiste Wasser.

Kältepol war der Fichtelberg, tiefste Temperatur aber in Marienberg -31,4°.

Am wärmsten im Jahresdurchschnitt war es in Dresden-Strehlen und dort auch mit 35,3° absolut.

Quelle: DWD Leipzig

Die Wetteraussichten für den Freistaat Sachsen

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