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Freitag, 19.05.2017 Unternehmer des Jahres

Alle Neune für den Sieger

Von Michael Rothe

Die Kommandobrücke für Sachsens wichtigsten Unternehmerpreis: Jürgen Hofmann von der Sparkassenversicherung Sachsen, Peter Kröger von der LBBW-Sachsenbank, Michael Rothe von der Sächsischen Zeitung, Gunter Sandmann von VW Sachsen, Christoph Ulrich von der Freien Presse, Margitta Markert von Pricewaterhouse Coopers, Bernhard Holfeld vom MDR, Carsten Dietmann von der DDV-Mediengruppe und Ulrich Lingnau von der Chemnitzer Verlag + Druck GmbH & Co KG (v. l.).
Die Kommandobrücke für Sachsens wichtigsten Unternehmerpreis: Jürgen Hofmann von der Sparkassenversicherung Sachsen, Peter Kröger von der LBBW-Sachsenbank, Michael Rothe von der Sächsischen Zeitung, Gunter Sandmann von VW Sachsen, Christoph Ulrich von der Freien Presse, Margitta Markert von Pricewaterhouse Coopers, Bernhard Holfeld vom MDR, Carsten Dietmann von der DDV-Mediengruppe und Ulrich Lingnau von der Chemnitzer Verlag + Druck GmbH & Co KG (v. l.).

© Robert Michael

Wenn diese Jury tagt, herrscht immer Bombenwetter. Dabei müsste sich Klärchen bei deren alljährlichem Frühjahrstermin im Dresdner „Haus der Presse“ – 2005 Geburtsort des Wettbewerbs „Sachsens Unternehmer des Jahres“ – gar nicht so ins Zeug legen. Denn ins Schwitzen kommen die Protagonisten so oder so. Weniger vom Schleppen ihrer dicken Aktenordner mit gewichtigen Argumenten für diesmal 107 Teilnehmer in zwei Kategorien, als vielmehr vom heftigen Diskutieren – und vom feinen Zwirn, den sie aus gegebenem Anlass angelegt haben. Schließlich trifft man sich beim wichtigsten Wirtschaftspreis des Freistaats zur Stunde der Entscheidung. Doch ehe es zum Schwur kommt, vergehen Stunden: fünf, einmal sogar mehr als acht.

Seit zwölf Jahren ist das so. Anfangs zu fünft, jetzt zu zehnt: je zwei Chefs von Zeitungsverlagen und Wirtschaftsredakteure, eine Wirtschaftsprüferin, eine Eventausstatterin, ein Banker, ein Controller, ein Marketingexperte. In diesem Jahr ist erstmals ein Redakteur des Mitteldeutschen Rundfunks dabei. Dafür musste die Eventausstatterin absagen. Glück im Unglück: So gibt es bei der Abstimmung kein Patt.

Das Prozedere ähnelt sich und ist doch immer anders: Bewerten. Vergleichen. Diskutieren. Abstimmen. Wieder vergleichen. Was wiegt mehr: Kontinuität oder tolle Jahresleistung? Neue Werkhalle oder Betriebskindergarten? Millionenauftrag oder Spende für den guten Zweck? Gelungene Geschäftsübergabe oder Ausbildung? Engagement für Flüchtlinge oder Behinderte? Oft wird aus dem Oder ein Und, lässt sich das eine nicht gegen das andere abwägen. Wieder abstimmen. Am Ende fällt die Wahl auf Vater und Sohn, Chefs eines Saftladens.

Und die Entscheider haben nur einmal ein Auge zugedrückt: beim Mannschaftsfoto – weil sie in die Sonne gucken mussten.

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