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Dienstag, 12.09.2017

Aldi und Edeka planen Ausbau in Niesky

Dafür sollen Parkplätze am Einkaufszentrum an der Horkaer Straße wegfallen. Daran entzündet sich Kritik im Stadtrat.

Von Steffen Gerhardt

Bauliche Veränderung sind am Einkaufszentrum Horkaer Straße geplant. Dabei soll diese Reihe von Parkplätzen vor dem Edeka verschwinden.
Bauliche Veränderung sind am Einkaufszentrum Horkaer Straße geplant. Dabei soll diese Reihe von Parkplätzen vor dem Edeka verschwinden.

© andré schulze

Handel ist Wandel. Das wissen die Nieskyer spätestens seit der baulichen Umgestaltung des Rewe-Marktes und dem Anbau für den Drogeriemarkt Rossmann. Nun soll an einer weiteren Stelle in Niesky umgebaut werden. Betroffen davon ist das Einkaufszentrum an der Horkaer Straße. Dort, wo einst das Nieskyer Kino stand.

Der Stadt Niesky liegen die Umbaupläne der Braunschweiger Management-Gesellschaft Marathon Real Estate (MRE) bereits vor. Vorgesehen ist eine Erweiterung des Gebäudeteiles, in dem der Edeka-Markt ist. Rund ein Viertel der jetzigen Verkaufsfläche soll in Richtung Parkplatz angebaut werden. Damit stehen Edeka dann 2 362 Quadratmeter an Fläche zur Verfügung. Die Stadträte wurden in ihrer jüngsten Versammlung über die Änderungen informiert. Denn sie betreffen nicht nur den Edeka-Markt, wie Fachbereichsleiterin Barbara Gießel erläuterte. Auch der Aldi-Markt will wachsen und bekommt nach den Plänen der MRE die jetzigen Geschäftsräume von Meyers Schuhe dazu. Damit wächst der Aldi-Markt in seiner Grundfläche auf 1 652 Quadratmeter. „Der Schuhändler bleibt aber am Standort. Er soll in die leeren Räume der ehemaligen Apotheke ziehen“, sagte Barbara Gießel. Bei dem Modemarkt AWG und dem Geschäft Mäc Geiz wird baulich alles so bleiben wie gehabt. Dort erfolgen vonseiten des Eigentümers keine Erweiterungen. Darüber hinaus soll sich im hinteren Teil des Gebäudes, an der Neusärichener Straße, auch noch einiges tun. So sind Veränderungen der Anlieferzonen für Aldi und Edeka geplant sowie in Richtung Astrachen bei AWG.

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Wann das Ganze umgesetzt wird, ist der Stadt noch nicht bekannt. Aber bereits jetzt ist absehbar, dass die Erweiterung an der Vorderseite zulasten der Fläche des Parkplatzes gehen. Betroffen davon sind die über 30 Parkplätze vor dem Edeka. Das löste die Diskussion unter den Stadträten aus. Diese war verbunden mit der Frage, ob Niesky nicht schon ausreichend, wenn nicht zu viel Verkaufsfläche hat. Frank Mrusek (Bürgerbewegung) kritisierte den Wegfall von Parkplätzen und dass damit das Parken zum Einkaufen besonders vor Wochenenden und Feiertagen noch schwieriger wird. Bernd Funke (Bürgerbewegung) schloss sich dem an. Aus seiner Sicht sollten die Umbauten in dem bestehenden Gebäude erfolgen unter der Prämisse: „Eine Sortimentserweiterung ist nicht notwendig“. Hinzu kommt die Befürchtung, dass dann das Grün entlang der Horkaer Straße Parkplätzen weichen muss, um auf die vorgeschriebene Anzahl zu kommen. Harald Prause-Kosubek (SPD) erinnerte daran, dass sich auch der Penny-Markt in der Rothenburger Straße erweitern möchte – und dass das weniger Parkplätze bedeutet. Aber nicht nur mit dem Auto fahren die Nieskyer einkaufen, sondern auch mit dem Fahrrad. Dass mit der Erweiterung von Aldi und Edeka noch ausreichend Abstellfläche für Fahrräder sowie Gehhilfen vorhanden ist, mahnte Stadtrat Prause-Kosubek ebenfalls an.

Jedenfalls zeigte die Diskussion, dass sich die Räte nicht noch einmal so überfahren lassen wie beim Umbau des Rewe-Marktes. Sie wollen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern bei dem Vorhaben bereits vorab mitreden und ihre Bedenken einbringen. Barbara Gießel sagte, dass diese Erweiterung einen Bebauungsplan voraussetzt, der dafür zu erstellen ist. In der Sitzung des Stadtrates sollte der Aufstellungsbeschluss gefasst werden. Doch das ging den Stadträten zu schnell, da für sie noch viele Fragen unbeantwortet sind. Somit folgten alle Räte dem Antrag von Bernd Funke, das Aufstellen eines Bebauungsplanes zu vertagen. Mehrmals angesprochen wurde von den Räten das Handelskonzept der Stadt Niesky, dass auf der Grundlage einer Studie der Gesellschaft für Marktforschung vor fünf Jahren zu Papier gebracht wurde. Damit ist der Handel in der Innenstadt definiert und eine Sortimentsliste aufgestellt, die auch für die Einkaufsmärkte bindend ist. Ob die Erweiterungspläne im Einklang mit diesem Konzept sind, müsse ebenfalls geprüft werden, so die übereinstimmende Meinung im Stadtrat. Die MRE als Eigentümerin will mit der Erweiterung den Wünschen der Handelsketten entgegenkommen, damit sie ihre neue Verkaufskultur, wie das Schaffen von Ruhezonen, in Niesky umsetzen können.

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