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Dienstag, 02.01.2018

Albertbrücken-Strahler halten diesmal durch

Die Dresdner sind zuverlässige Störungsmelder. Allerdings ist noch eine Veränderung an der Beleuchtung geplant.

Von Peter Hilbert

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Die Albertbrücke sieht nachts wieder besonders schön aus. 62 LED-Strahler tauchen das Sandstein-Bauwerk in dezentes, warmes Licht. Im Sommer wird das Licht zum Schutz von Fledermäusen gedimmt.
Die Albertbrücke sieht nachts wieder besonders schön aus. 62 LED-Strahler tauchen das Sandstein-Bauwerk in dezentes, warmes Licht. Im Sommer wird das Licht zum Schutz von Fledermäusen gedimmt.

© SZ/Peter Hilbert

Die Dresdner waren begeistert, als die frisch sanierte Albertbrücke im Dezember 2016 nachts angestrahlt wurde. Das Bauwerk hatte schöner denn je geleuchtet. Im Dunkeln wurden die Sandsteinflächen von Bögen und Pfeilern in dezentes, warmes Licht getaucht. Für die Illumination hatte die Stadt rund 130 000 Euro investiert. Doch die nächtliche Freude währte nur wenige Tage. Dann erloschen die 62 LED-Strahler wieder. Erst seit anderthalb Monaten leuchten sie wieder – und halten jetzt gut durch, erklärt Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz. Bisher sei kein Ausfall gemeldet worden. „Wir beobachten das regelmäßig“, versichert er. Doch erfahrungsgemäß sei auch auf Passanten Verlass. „Den Leuten würde es auffallen, wenn die Strahler ausfallen“, sagt Koettnitz. Dann würden sie das auch melden.

Vor einem guten Jahr waren die Strahler ausgefallen, weil die Steuerchips kälteempfindlich waren. Das hatte sich bei späteren Untersuchungen herausgestellt. Die Chips waren zwar bereits Anfang August gewechselt worden. Doch eingeschaltet werden konnten die Strahler immer noch nicht. Denn wie bereits beim Bau der Waldschlößchenbrücke spielt Hufi hier die größte Rolle. Wegen der seltenen Fledermausart Kleine Hufeisennase musste zuerst ein Beleuchtungskompromiss gefunden werden, bevor der Lichtschalter betätigt werden durfte. Fachleute gehen davon aus, dass die Fledermäuse das Dresdner Elbtal als Transferroute zwischen den Kolonien in Meißen und Pillnitz nutzen. Zu ihrem Schutz waren bereits an der Waldschlößchenbrücke viele Schutzvorkehrungen umgesetzt worden, so das heiß umstrittene Tempo-30-Limit während der Hufi-Flugsaison im Sommerhalbjahr. Sie beginnt im April und endet im Oktober.

Bei einem Termin Anfang November war der Beleuchtungskompromiss für die Albertbrücke erreicht worden, sodass die Strahler zugeschaltet werden konnten. Im Winterhalbjahr wird sie zwischen Einbruch der Dämmerung und 23 Uhr beleuchtet. Zum Auftakt der Fledermaus-Flugsaison wird es noch eine Veränderung geben, kündigt Koettnitz an. Die Strahler werden um etwa 40 Prozent gedimmt, sodass die Brückenunterseite nicht mehr so stark beleuchtet wird. Fledermäuse, wie die Kleine Hufeisennase, fliegen nachts unter und nicht über Brücken hindurch.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Autofahrer

    Mich würde mal wirklich interresieren wieviel Hufis eigendlich wirklich inDD rumflattern?Gibt es dazu Fakten und Beobachtungen oder ist das nur Gerede?

  2. Dieter

    "Fachleute gehen davon aus ...", das heißt, sie wissen nichts, lesen im Kaffeesatz. Und diese haltlosen Vermutungen kosteten und kosten uns Steuerzahler Unsummen. Schade, dass heutige Fledermäuse kein Ultraschall-Ortungssystem mehr haben, mit dem frühere Generationen selbst kleinsten Hindernissen sicher ausgewichen sind. Heute muss man sie, falls sich mal eine dahin verirren sollte, sogar aufwändig unter Waldschlößchenbrücken hindurchleiten.

  3. ole

    @1. Die alles Überstrahlende ein Stück stromaufwärts wird wohl auch die letzte verjagt haben. Aber das vermute ich, denn ich bin kein Fachmann. @2. Wenigstens sind Sie Fachmann.

  4. Dräsdnor

    Jaja, vermuten, das tun körnerfressende Grünknaller, also Fachmänner für Verhinderung. Die haben die klitzekleine Möglichkeit vermutet und dem Gericht weisgemacht, dass die Population der Kleinen Hufeisennase aus dem Mordgrund mal auf die Idee kommen könnte an die Elbe runter zu fliegen und dann im Reisererausch dann weiter elbabwärts nach Meißen zur nächsten Population, weshalb die Waldschlößchenbrücke ein ganz besonders böses Hindernis und kleinehufeisennasenmordendes Ungetüm sei, was es zu verhindern gilt. Verhindert wurde mit dieser nicht schrägen, sondern absurd idiotischen Argumentation die Brücke nicht, aber wenigstens sind die Kosten ins fast uferlose gestiegen und wir dürfen wegen einer Flatternase, die nie dort war und wohl auch nie dort sein wird gemächlich über die auch deswegen neue Dresdner Attraktion fahren. Mehr sage ich jetzt nicht, sonst artet es aus.

  5. Dräsdnor

    Ja, zum Thema wollte ich auch was sagen. Das Theater um die Beleuchtung einer Brücke ist ein armseliges, weil peinlich für den Hochtechnologiestandort Dresden.

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