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Mittwoch, 15.11.2017 Gut zu wissen

Ärzte gehen in die alte Musikschule

Die Patienten-Heimversorgung hat das Denkmal gekauft. Jetzt laufen die Planungen für den großen Umbau.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Roter Backsteinbau

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Die ehemalige Musik- und Kunstschule (Seeschule) an der Bobersbergstraße ist verkauft. Hier zieht eine Gemeinschaftspraxis ein.
Die ehemalige Musik- und Kunstschule (Seeschule) an der Bobersbergstraße ist verkauft. Hier zieht eine Gemeinschaftspraxis ein.

© Klaus-Dieter Brühl

Dr. med. Johannes Georg, Gemeinschaftspraxis Innere/Nephrologie
Dr. med. Johannes Georg, Gemeinschaftspraxis Innere/Nephrologie

Großenhain. Die Ärzte Dr. Johannes George, Ulrike Sachse, Dr. Beate Schulze und Dr. Swen Brodführer können bald die Koffer packen. Denn in absehbarer Zeit werden sie – wenn alles glattgeht – umziehen. Und zwar in die ehemalige Musik- und Kunstschule des Landkreises. Das Gebäude, das als Asylunterkunft vorgesehen war, wurde von der Patientenheimversorgung (PHV) Bad Homburg gekauft. Diese Stiftung betreibt bereits seit 20 Jahren die Dialyse am Bobersberg, gleich hinter der Seeschule, in der die vier Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie eingemietet sind.

Doch der Platz ist eng geworden, auch auf den Außenflächen. Mehr Platz für die Anfahrt wird gebraucht. Deshalb sollen Dialyse und Facharztpraxis getrennt werden, Letzte soll sich ab Ende 2019 in die umgebaute Schule einmieten. Wie Kreissprecherin Kerstin Thöns bestätigt, hat der Landkreis die eingebauten Küchen für die mögliche Asylnutzung nicht herausgeräumt, sondern mit verkauft. Außerdem gab es nötige Verbesserungen für den Brandschutz.

„Umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten in Abstimmung mit der Denkmalpflege stehen nun bevor“, sagt Dr. med. Johannes George, der den Kauf im Sommer mit einfädelte. Schon im Vorjahr hätten die Verhandlungen dazu begonnen. Für die Praxisleute ist das frühere Schulgebäude gleich um die Ecke und bietet Raum auf drei Etagen. Außerdem ist das Gebäude in Großenhain sehr repräsentativ.

Roter Backsteinbau

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Das denkmalgeschützte Gebäude wurde 1898 als Hospital und Bürgerhaus errichtet.

In der NS-Zeit war hier die Hitlerjugend drin, nach Kriegsende nutzten es kommunistische Organisationen.

Ab 1958 diente es als Schule.

Seit 1992 bis 2009 waren Musik- und Kunstschule und Volkshochschule untergebracht. Eigentümer war zuletzt der Landkreis.

Quelle: SZ

Laut Dr. George laufen nun die Kostenanalyse und die Bauplanungen. Mitte kommenden Jahres soll Baubeginn sein. „Das hängt natürlich von den Genehmigungen ab“, sagt Johannes George. Eine Investitionssumme kann in der PHV-Zentrale in Bad Homburg noch nicht genannt werden.

Die denkmalrechtlichen Bestimmungen geben vor, dass die Außenansicht unverändert bleiben muss. Dazu gehören neben der Fassade auch die Fenster und Türen im Außen- und Innenbereich. Die Installation eines Außenaufzuges für den barrierefreien Zugang für die Patienten wurde jedoch gestattet. Die Fenster dürfen isoliert, müssen aber nach historischer Art und Weise restauriert werden. „Im Innenbereich des Gebäudes dürfen wir nach unseren Wünschen Veränderungen vornehmen, davon ausgenommen die Türen“, so Stiftungssprecherin Anne Große Vorholt.

Das PHV-Dialysezentrum bleibt allerdings in seinen jetzigen Räumen. Dort sind George, Sachse, Schulze und Brodführer ärztliche Leiter für sämtliche Dialyseverfahren einschließlich der Heimdialyse. Die Patienten werden an der Bobersbergstraße fachärztlich behandelt und von qualifizierten Pflegekräften während der Dialyse betreut. Großenhain ist eines von 88 Zentren der Bad Homburger Stiftung. Auch in Meißen ist ein Dialysezentrum an die Praxis der vier Ärzte für Innere Medizin bzw. Nephrologie (Nierenbehandlung) gekoppelt.