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Samstag, 20.05.2017

Ärger um fehlende Spendenbelege

Gewerbetreibende haben für Brandopfer Geld auf ein Konto der Stadt eingezahlt. Die will keine Quittung ausstellen. Nun ist die Finanzbehörde gefragt.

Von Tina Soltysiak

© Symbolfoto/dpa

Waldheim. Die Stadt Waldheim stellt Gewerbetreibenden, die mehr als 100 Euro für Familie Zschaage, deren Haus bei einem Brand komplett zerstört worden war, gespendet haben, keine Spendenbescheinigungen aus. Das verärgert die Unternehmer. Ihr Missfallen darüber brachten sie bei ihrer Versammlung am Dienstagabend zum Ausdruck. Zunächst habe es die Überlegung gegeben, das Geld direkt der Familie zu übergeben. Davon sei den Gewerbetreibenden jedoch von einem Steuerbüro abgeraten worden, so der Vereinsvorsitzende Roman Petters. Da die Stadt ein eigenes Spendenkonto eingerichtet hatte, nutzen die Firmeninhaber diesen Weg.

„Wir waren in dem Glauben, dass wir dafür Spendenbelege bekommen. Es hieß dann, diese gibt es nur auf Anforderung. Der Bitte, eine Liste der Spender einzureichen, sind wir nachgekommen“, so Petters. Dann hätten sie fast zwei Monate nichts mehr von der Stadtverwaltung gehört. Ende Februar dann hätten sie einen Anruf der Kämmerin bekommen: Es sei nicht möglich, Spendenquittungen auszustellen. Eine Erklärung dafür fehle bis heute.

Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) äußerte sich zum Sachverhalt am Freitag auf Nachfrage des Döbelner Anzeigers verhalten: „Wir haben gestern das Problem intern noch einmal besprochen und uns mit dem Finanzamt in Verbindung gesetzt. Wir möchten das rechtlich Abklären lassen und haben um eine schriftliche Antwort gebeten.“ Diese liege aufgrund der Kürze der Zeit natürlich noch nicht vor. „Es wird geprüft. Sobald die Antwort vorliegt, werde ich mich dazu noch einmal äußern“, sagte Steffen Ernst.

Am Abend des 23. August 2016 hatte der Dachstuhl des Hauses aufgrund eines technischen Defekts Feuer gefangen. Flammen, Rauch und Löschwasser und -schaum machten das Gebäude unbewohnbar.

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