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Dienstag, 17.04.2018

Abtzimmer kommt dem Original wieder näher

Seit 2015 waren nur blanke Steine zu sehen. Nun kommt die Vertäfelung an die Wand und der Raum seinem Bestimmungszweck ein kleines Stück näher.

Von Heike Heisig

Jan Körner und Christine Höhle verkleiden die lange Zeit freiliegende Wand des Abtzimmers im Kloster Buch wieder mit Holz. Danach wird Restaurator Thomas Schmidt Decken und Wände lasieren.
Jan Körner und Christine Höhle verkleiden die lange Zeit freiliegende Wand des Abtzimmers im Kloster Buch wieder mit Holz. Danach wird Restaurator Thomas Schmidt Decken und Wände lasieren.

© Dietmar Thomas

Leisnig/Klosterbuch. Vorzeigbar war es in den vergangenen Jahren nicht. Lediglich bei Sonderführungen durften Neugierige einen Blick in das ehemalige Abtzimmer im nach 1396 errichteten Abthaus des Klosters Buch werfen. Ein vermeintlicher Brand hatte das alte Flair jäh kaputtgemacht. Als Rauchschwaden 2015 im Dachboden aufstiegen, war damals der erste Gedanke, dass es hinter der Holzvertäfelung im Abtzimmer zu einem Brand gekommen sein muss. Deshalb wurde das Holz rasch von der Wand genommen. Seitdem waren dort die bloßen Lehmziegel zu sehen. Einige sind nach wie vor schwarz – möglicherweise vom Küchenabzug, der auch damals bei den Dacharbeiten die Aufregung ausgelöst hat.

Der Wiederaufbau läuft ziemlich entspannt. Jan Körner von der gleichnamigen Zimmerei aus Frankenhain nimmt ein Brett nach dem anderen. Das steckt er in eine Art U-Profil am Dielenboden. So ergibt sich nach und nach die Verkleidung der Steinwand. Noch ist das Holz unbehandelt. Doch das wird sich Thomas Schmidt nicht lange anschauen. Der Restaurator, der schon seit Jahren alle Schritte der Wiederherrichtung betreut, wird sich der alten und neuen Vertäfelung an den Wänden und der wuchtigen Deckenverkleidung gleichermaßen annehmen.

Hier und da hat er schon Farbproben gesetzt. Das jetzige Dreckigweiß bis Grau wird verschwinden und ein mittlerer Braunton Einzug halten. Für den Laien mag das den Raum optisch dunkler wirken lassen als der jetzige Farbanstrich. Doch der neue kommt dem Original am nächsten, wie die bisherigen Untersuchungen ergeben haben. Nun wird Thomas Schmidt das Holz mit einer Leimlasur versehen. Die rötlich-braune Farbe erzeugt er mit Rußpigmenten und althergebracht mit Pflanzenextrakten.

Doch damit kann der spätere dritte Museumsraum in der ersten Etage des Abthauses noch nicht wieder gezeigt und genutzt werden. „Der Holzboden ist noch zu restaurieren“, sagt Rica Zirnsack vom Förderverein Kloster Buch. Das sei in diesem Jahr nicht mehr zu schaffen. Außerdem kümmere sie sich jetzt erst um Fördergeld fürs Abtzimmer. Hoffnungen setzt der Verein da unter anderem in die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Das Zimmer könnte später einmal für wechselnde Ausstellungen genutzt werden, wirkt durch die imposante Deckengestaltung aber auch für sich.

Auf der dem Abtzimmer gegenüberliegenden Seite des Obergeschosses ist ein neuer Museumsraum schon fertiggestellt. Dort konnten die Besucher bereits thematische Abende erleben. Auch der Raum nebenan ist – bis auf die Elektrik – hergerichtet. Dort kann sich Rica Zirnsack vorstellen, Fotos von Restaurationsarbeiten oder Exponate von Ausgrabungen vor Ort zu zeigen.

Allein ins Abtzimmer sind bislang 22 000 Euro geflossen. Hinzu kommt Geld für geforderte Untersuchungen. „Ermöglicht haben die gesamten Arbeiten erst Zuwendungen der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Döbeln, des Kulturraumes Mittelsachsen-Erzgebirge, des Denkmalschutzreferates des Landratsamtes Mittelsachsen, der Charlotte-Weiß-Stiftung sowie private Geldgeber“, sagt die Projektkoordinatorin des Vereins. Auch ein Eigenanteil der Förderer steckt in jedem einzelnen Museumsraum im Abthaus.

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