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Donnerstag, 15.02.2018

Abschied von Hohnsteins Marktlinde

Der imposante Baum am Eingang zur Burg ist Geschichte. Ein neue Linde soll bald die Lücke füllen.

Von Dirk Schulze

Baumpflegerin Katrin Schulze sägte hoch oben die Äste ab.
Baumpflegerin Katrin Schulze sägte hoch oben die Äste ab.

© Dirk Zschiedrich

Hohnstein. Am Aschermittwoch war es vorbei, da fielen die letzten großen Äste und schließlich auch der Stamm der Hohnsteiner Marktlinde der Motorsäge zum Opfer. Zuvor hatte die von der Stadt beauftragte Firma bereits die Krone des Baumes Stück für Stück heruntergesägt. Nach langen und kontroversen Diskussionen hatte die Stadt die Fällung der markanten Linde vor dem Zuggang zur Burg beschlossen. Bei einem Sturm im Herbst des vergangenen Jahres war ein dicker Ast abgebrochen und heruntergestürzt, drei geparkte Autos nahmen Schaden. An der Abbruchstelle zeigte sich zudem, dass der Stamm innen hohl war.

Auf die spannende Frage nach dem Alter der Linde gibt es zumindest eine ungefähre Antwort. Auf etwa 180 Jahre schätzt Hauptamtsleiter Alexander Hentzschel den Baum. Das würde bedeuten, dass die Winterlinde in den 1830er-Jahren gepflanzt wurde. Das Alter lässt sich über den Umfang des Stammes näherungsweise errechnen. Bei der Hohnsteiner Marktlinde wurde der Stammumfang einem Meter über dem Boden mit 3,80 Meter gemessen, was einem Durchmesser von gut 1,20 Meter entspricht.

Spurlos verschwinden wird der alte Baum diese Woche nicht. Ein hüfthoher Rest des Stammes bleibt vorerst noch stehen. Dort sollen im Frühjahr die Bauhofmitarbeiter ansetzen, um den Wurzelstock aus der Erde zu ziehen. Zuvor werden die Wurzeln freigelegt und abgesägt.

Später soll am Platz der gefällten Linde ein neuer Baum gepflanzt werden. Die Stadt hat sich für eine Winterlinde entschieden. Die Kosten für die Neupflanzung sponsert ein anonymer Spender. Wann sie genau gepflanzt wird, steht noch nicht fest, auf jeden Fall aber in diesem Jahr.