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Dienstag, 02.01.2018

Abschied vom treuen Begleiter

Der Transporter mit dem Namen Florian Neukirch 19/1 war ein besonderes Fahrzeug. Nicht nur wegen des Kilometerstandes.

14 Jahre stand dieser Transporter im Dienst der Feuerwehr.
14 Jahre stand dieser Transporter im Dienst der Feuerwehr.

© privat

Neukirch. Bis dass der Tüv uns scheidet... Neukirchs Feuerwehrleute sind verantwortungsbewusst genug, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Sie stellten ihren Mannschaftstransportwagen T 4 selbst außer Dienst. Just am Abend jenes Tages kurz vor Weihnachten, an dem die Nachprüfungsfrist abgelaufen war. Über 14 Jahre lang versah der Transporter mit dem Namen Florian Neukirch 19/1 seinen Dienst bei den Feuerwehrleuten. „Nun verabschiedeten wir ihn in den Ruhestand“, teilte Christoph Krause vom Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr sichtlich bewegt der SZ mit. Zugleich erinnerte er an die Geschichte des Fahrzeug-Veteranen.

Im Juni 2003 wurde das Auto vom damaligen Bundesgrenzschutz ausgemustert und vom Förderverein für 200 Euro erworben. Es war damals neun Jahre alt und hatte 420 000 Kilometer auf dem Tacho stehen. Mit Hilfe vieler Sponsoren und unermüdlichem Einsatz der Kameraden entstand daraus ein voll einsatzbereites Feuerwehrfahrzeug. Im Oktober 2003 wurde es in Dienst gestellt. Acht Sitzplätze und ein beachtliches Ladevolumen, dazu ein passender Anhänger, garantierten eine universelle Verwendbarkeit. Von Kindergartenkindern bis zur Altersabteilung reichte das Alters-Spektrum der Fahrgäste, und frohe, vor allem aber ernste Anlässe gehörten zu seinem Aufgabenbereich. Ein starker Fünf-Zylindermotor und der Allradantrieb ermöglichten das Fortkommen und gaben Sicherheit, wo herkömmliche Technik versagte. Ob bei glühender Sommerhitze oder im Schnee des Valtenberges – der VW-Syncro brachte seine Besatzung immer an ihr Ziel. Ursprüngliche Planungen sahen einen Nutzungszeitraum von fünf Jahren vor, doch Ersatz war nicht zu bekommen. So blieb der Wagen bis zu seinem 22. Lebensjahr im Dienst, und mittlerweile zeigt der Tacho fast 500 000 Kilometer an. Sorgfältige Behandlung, Pflege und Wartung sind unabdingbar, um diese Laufleistung zu erreichen. Auto-Schmidt in Neukirch trug mit Sachkenntnis und materieller Hilfe wesentlich dazu bei. So war es auch möglich, die Hauptuntersuchungen stets „Ohne Mängel“ zu absolvieren. Und doch bahnte sich das Ende nicht überraschend an. Die Reparatur großflächiger Rostschäden im Bodenbereich wäre nicht vertretbar gewesen, sodass keine andere Entscheidung als die Stilllegung blieb, sagt Christoph Krause. Ein Dutzend Kameraden verabschiedete sich von dem Veteran. Nicht, ohne ein letztes Mal über dessen Lenkrad und Motorhaube gestreichelt zu haben. (SZ)