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Mittwoch, 13.09.2017

Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul gelandet

Trotz Protesten von Menschenrechtsaktivisten hat Deutschland wieder ein Flugzeug mit abgelehnten Asylbewerbern nach Afghanistan geschickt.

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Risa Risjai (M), ein 40jähriger Asylbewerber aus Afghanistan, kommt am 13.09.2017 mit einem Abschiebeflug aus Düsseldorf in Kabul, Afghanistan, an, nachdem sein Asylantrag in Deutschland abgelehnt worden ist. Wie Risjai sagt, verbrachte er zwei Jahre und acht Monate im Gefängnis in München, nachdem ihn sein Frau beschuldigt hatte, ihn geschlagen zu haben.
Risa Risjai (M), ein 40jähriger Asylbewerber aus Afghanistan, kommt am 13.09.2017 mit einem Abschiebeflug aus Düsseldorf in Kabul, Afghanistan, an, nachdem sein Asylantrag in Deutschland abgelehnt worden ist. Wie Risjai sagt, verbrachte er zwei Jahre und acht Monate im Gefängnis in München, nachdem ihn sein Frau beschuldigt hatte, ihn geschlagen zu haben.

© dpa

Kabul. Ein Abschiebeflug aus Deutschland mit abgelehnten Asylbewerbern ist am Mittwoch in Afghanistan gelandet. Die Maschine landete morgens auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Kabul. Die acht Männer an Bord sind allesamt verurteilte Straftäter, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte. Sie seien direkt aus der Strafhaft zum Flughafen Düsseldorf gebracht worden.

Drei der acht Häftlinge wurden vom Land Bayern abgeschoben, wie Herrmann berichtete. „Zwei sind wegen Vergewaltigung verurteilt worden, einer wegen gefährlicher Körperverletzung.“

Herrmann rügte Organisationen wie Pro Asyl, die selbst Abschiebungen Schwerkrimineller verhindern wollten. „Dafür habe ich null Verständnis. Jemand, der vermeintlich Schutz vor Verfolgung und Krieg bei uns sucht und dann so eine schändliche Tat wie eine Vergewaltigung begeht, hat bei uns nichts zu suchen.“

Es ist die erste Sammelabschiebung nach Afghanistan seit dem Anschlag vom 31. Mai in Kabul, bei dem die deutsche Botschaft schwer beschädigt worden war. Hilfsorganisationen lehnen die Abschiebungen ab, weil sie die Situation in Afghanistan wegen Anschlägen der islamistischen Taliban als lebensgefährlich einschätzen. Bisher hat Deutschland in etwa einem halben Dutzend Sammelflügen mehr als 100 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben.

Ein Sprechers des afghanischen Flüchtlingsministeriums, Mohammad Asif Abbasi, hatte der Deutschen Presse-Agentur in Kabul zunächst berichtet, dass elf Personen den Flug angetreten hätten, aber zunächst nur acht aus dem Flugzeug gebracht worden seien. Nach Herrmanns Angaben haben aber nur acht Männer das Flugzeug bestiegen.

Nach ihrer Ankunft hatten die Abgeschobenen nur wenig Gepäck bei sich und wirkten schlecht auf ihre neue Umgebung vorbereitet. Der 40-jährige Risa Risjai sagte, er habe zwei Jahre und acht Monate in Haft verbracht. Seine Frau hatte ihn kurz nach ihrer Ankunft in München wegen häuslicher Gewalt angezeigt. „Ich war mit einem Kumpel weg und als ich nach Hause kam, hat mich die Polizei festgenommen“, sagte er. Der deutschen Regierung warf er vor, Partei für seine Frau ergriffen zu haben. „In Europa hört man Frauen mehr zu als hier“, fügte er hinzu.

Mohammad Jamschedi sagte, er sei völlig grundlos zurück geschickt worden. Der 20-Jährige gab an, er sei in Deutschland im Gefängnis gewesen. Zum Haftgrund wollte er nichts sagen.

Auf dem Düsseldorfer Flughafen hatten am Dienstagabend Menschenrechtsaktivisten gegen die Abschiebung demonstriert. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 180 Demonstranten an der Aktion. Die Demonstranten hatten sich in der Abflughalle versammelt. Auf Transparenten und Schildern hieß es: „Abschiebungen stoppen“ und „Keine Abschiebungen in den Tod“.

Pro Asyl hält den Abschiebeflug für ein Wahlkampfmanöver. „Man will ein Signal der Härte setzen, um kurz vor der Bundestagswahl im flüchtlingsfeindlichen Milieu nach Stimmen zu fischen“, hatte der Geschäftsführer der Organisation, Günter Burkhardt, der dpa in Berlin gesagt. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 28 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. glaskugel

    12!!! Abgeschobene!!! Keine Fragen mehr. Die Obergrenzen für den Familiennachzug werden auch gerade eingestampft, was bedeutet dass die Familien von eigentlich temporär Schutzbedürftigen die wieder nach Hause MÜSSTEN!!!, mit 3,4,5...Personen nachziehen. Was bedeutet, dass 1,2.3...Mio. neue zu Alimentierende in kürzester Zeit dazukommen werden. Man könnte glatt meinen, die Parteispitzenpolitiker werden alle erpresst, mit gesundem Menschenverstand hat das alles nichts mehr zu tun. Eher wohl mit Genozid an den einheimischen über gezielten Bevölkerungsaustausch. Entweder, die AfD holt 30...40...% oder dieses Land wird endgültig den finanzökonomischen Crash über die Sozialsysteme erfahren! Inklusive des Bürgerkrieges, der dann ZWANGSLÄUFIG folgen wird! Was die zu über 90% muslimisch- und vielfach bürgerkriegsgeprägten Westwerteablehner dann hier veranstalten werden, wage ich mir nicht auszumalen. Da helfen dann auch keine regenbogenfarbenen Gläser in rotgrünen Brillengestellen mehr!

  2. Alex

    Na, wenn es in diesem "Tempo" weitergeht, sind alle Ausreisepflichtigen in ca. 90 Jahren abgeschoben.

  3. Hans Mischerling

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen ! Rein kommt jeder ohne Pass abgeschoben kann wenn überhaupt nur mit Riesenanstrengungen und dann feiern sich alle bei der Abschiebung von 12 Kriminellen, na super in der Zeit sind wieder 1000 neue in U N S E R E Sozialsysteme eingewandert. AfD die absolute Mehrheit, das ist gesunder Menschenverstand.

  4. Nunu

    Ein Atomphysiker und ein Arzt werden also nach einer zu unrecht verhängten Haftstrafe zurückgeschickt. Kein Wunder das da protestiert wird. Vielleicht sollte der Herr von ProAsyl zur Begleitung mitfliegen um die netten Herren in ihrem Heimatland zu integrieren.

  5. Marianne

    Wahlprogramm der CDU für die Wahlen 2017 lesen. Ganz genau! 75 Seiten. Die Seite 63 ist da besonders zu empfehlen. Resettlements und Relocation.

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