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Dienstag, 21.03.2017

Abriss einer Hundertjährigen

Nach jahrelangem Leerstand reißt die Leag die Brikettfabrik in Weißwasser ab. Darüber ist aber nicht jeder glücklich.

Von Alexander Buchmann

Viel ist nicht mehr übrig von der ehemaligen Brikettfabrik in Weißwasser. Pläne, wie das Gelände nach dem Abriss und der Beräumung des Schutts einmal genutzt werden könnte, gibt es nicht.
Viel ist nicht mehr übrig von der ehemaligen Brikettfabrik in Weißwasser. Pläne, wie das Gelände nach dem Abriss und der Beräumung des Schutts einmal genutzt werden könnte, gibt es nicht.

© Joachim Rehle

Weißwasser. Die Zeit, in der in Weißwasser aus der heimischen Braunkohle Briketts gefertigt wurden, ist lange vorbei. Jetzt verschwindet auch das dazugehörige Fabrikgebäude in der Nähe des Museumsbahnhofes „Anlage Mitte“ der Waldeisenbahn Muskau in der Teichstraße. Bis Mitte April soll von der ehemaligen Brikettfabrik nichts mehr zu sehen sein. Bereits jetzt stehen nur noch einige wenige Mauern zwischen den riesigen Schuttbergen. Aktuell sind Mitarbeiter der Firma Beil mit schwerer Technik dabei, die Reste abzureißen und zu zerkleinern. Auch ein paar Kellerräume sind noch intakt und müssen abgetragen werden.

Die Abrissarbeiten laufen bereits seit Mitte November 2016. Als Grund für den Abriss nennt die Leag als Eigentümer des Areals Verkehrssicherungsgründe. „Die Aufwendungen für Sicherheitsmaßnahmen waren zuvor stark angestiegen“, erklärt Pressesprecherin Kathi Gerstner.

Obwohl er die Gründe des Unternehmens nachvollziehen kann, ist Heiko Lichnok von der Waldeisenbahn Muskau, deren Strecke an den Gebäuden vorbeiführt, nicht glücklich. „Wir haben das Gelände immer als zur Bahn dazugehörig empfunden“, sagt er. Schließlich sei die Brikettfabrik das letzte Industriebauwerk gewesen, das an die ursprüngliche Nutzung der Waldeisenbahn erinnert habe. Denn diese hat die Fabrik mit dem Material aus dem Tagebau versorgt. Es sei schon traurig, dass es in den Jahren keine Idee für eine gescheite Nutzung der Gebäude gegeben habe, so Heiko Lichnok weiter.

Denn die Brikettfabrik, die in den 1970er Jahren dem Kraftwerk Boxberg zugeordnet worden ist, steht schon seit etwa 15 Jahren leer. Die Sieb- und Ladebühne ist sogar schon 1969/70 abgetragen worden. Letzter Nutzer des Gebäudes ist laut Kathi Gerstner die Berufsakademie Ostsachsen GmbH gewesen, die die Räumlichkeiten als Ort für die Lehrlingsausbildung genutzt hat.

Wie es nach dem Abriss mit der Fläche weitergehen soll, ist derzeit noch offen. „Nutzungspläne für das Gelände gibt es nicht“, sagt Kathi Gerstner. Als Liegenschaft der Leag bleibe es künftig eingezäunt.