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Donnerstag, 04.01.2018

Abriss-Ärger geht weiter

An der Dammstraße in Pirna-Copitz hängen neue Protesttafeln. Anwohner kritisieren den Abriss einer Scheune.

Von Christian Eissner

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Protest-Pappen am Bauzaun vergleichen den Abriss der Scheune mit Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.
Protest-Pappen am Bauzaun vergleichen den Abriss der Scheune mit Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.

© Daniel Förster

Der Pirnaer Maler Klaus Drechsler hielt die Scheune vor dem Abbruch in einem Aquarell fest.
Der Pirnaer Maler Klaus Drechsler hielt die Scheune vor dem Abbruch in einem Aquarell fest.

© privat

Pirna. Die Abrissbagger haben sich schon weit ins Gebäude hineingefressen, das Dach und ein Teil der Giebelwände sind weg. In Pirna-Copitz trägt die stadteigene Wohnungsgesellschaft WGP eine Scheune aus dem Jahr 1883 ab, die zum sogenannten Turmgut gehörte. Auf der Fläche sollen Pkw-Stellplätze entstehen, der Abbruch wird mit 137 000 Euro gefördert. Doch seit die Abrisspläne im vergangenen Frühjahr publik wurden, gibt es Kritik – von Anwohnern, Denkmalschützern und dem Kuratorium Altstadt Pirna. Über den Jahreswechsel tauchten am Bauzaun neue, handgeschriebene Protesttafeln auf, deren Verfasser unbekannt bleibt. Auf einem der Pappschilder steht mit Kreide: „600 Jahre Copitz – Bomben trafen wenig, Nachhilfe hier“, auf einem anderen heißt es: „Zerstörung anders – ’45/’17 – Alles hat Praxis“. Dazu ist das Cover des Buches „Theorie der Unbildung“ abgebildet – eine Streitschrift des Philosophie-Professors Konrad Paul Liessmann, in der er unter anderem kritisiert, dass das Bildungsniveau in unserer Gesellschaft immer mehr abflacht.

Den kompletten Abriss des Gebäudes wird der Protest nicht verhindern können. Der Pirnaer Stadtrat hatte im Oktober sein Okay dazu gegeben.