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Dienstag, 17.04.2018

ABC-Alarm in Freital

Eine Frau wollte eine Metallbox mit Mineralen am Schadstoffmobil entsorgen. Vaters Kiste barg ein Geheimnis.

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Großalarm am Vormittag auf der Hainsberger Straße.
Großalarm am Vormittag auf der Hainsberger Straße.

© Roland Halkasch

Die vermeintlich radioaktiv strahlende Kiste, die Anlass für den Großeinsatz war.
Die vermeintlich radioaktiv strahlende Kiste, die Anlass für den Großeinsatz war.

© Roland Halkasch

Freital. Große Aufregung herrschte am Dienstagvormittag in Freital. Eine Metallbox mit dem Symbol „radioaktiv“ löste gegen 10.30 Uhr an der Hainsberger Straße einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Eine Frau wollte die alte Kiste ihres verstorbenen Vaters beim Schadstoffmobil des Abfallzweckverbandes entsorgen, das an diesem Tag planmäßig in Freital Station machte.

Als die Dame den beiden Mitarbeitern des Mobils der Firma Veolia die Kiste zur Entsorgung übergeben wollte, alarmierten diese die Feuerwehr. In der Kiste befanden sich Mineralien, welche der Vater der Frau einst auf einer Halde gesammelt haben soll. Allen voran die Freiwillige Feuerwehr aus Freital mit Unterstützung der Feuerwehren aus Tharandt, Mohorn und Cunnersdorf rückte mit spezieller Messtechnik an und baute ein Kontaminationszelt auf, um die Exponate auf potenzielle Gefahren hin zu überprüfen. Dabei schlug ein Messgerät aus – aber weit unter einem gefährlichen Wert, wie Karin Bernhardt vom zuständigen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bestätigt.

Es konnte folglich nach etwa zwei Stunden Entwarnung gegeben werden. Verletzt wurde niemand. Lediglich zur Sicherheit sperrte die Polizei die Hainsberger Straße während des ABC-Einsatzes ab.

Die geringe Strahlung, die bei den Mineralien außerhalb der Box festgestellt wurde, liegt unter 2,5 Mikrosievert und entspricht einer natürlichen Strahlung, wie sie von einigen Gesteinen ausgeht, erklärt Bernhardt. Ein Referent für Strahlenschutz habe die Metallbox samt Inhalt in die Landessammelstelle des Freistaates Sachsen für radioaktive Abfälle nach Rossendorf gebracht. Dort werde das Mineral in einem speziellen Fass aufbewahrt, in dem alle natürlichen Funde dieser Art eine Zeit lang unter Aufsicht gelagert werden.

Das Schadstoffmobil des Abfallzweckverbandes musste aufgrund des Einsatzes in Freital seine Tour für den Rest des Tages abbrechen. Diese wird am 27. April zu denselben Zeiten nachgeholt, wie Ilka Knigge vom Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal mitteilt. Sie weist außerdem darauf hin, dass grundsätzlich keine radioaktiven Stoffe am Schadstoffmobil angeliefert werden dürfen. „Diese sind über eine Fachfirma zu entsorgen, die sich auf Entsorgungs- und Transportprozesse gemäß gültiger Strahlenschutz- und Gefahrgutverordnung spezialisiert hat“, erklärt Knigge. Zu den Schadstoffen, die üblicherweise am Mobil abgegeben werden, zählen Farbreste, alte Lacke oder Batterien. (mit hal). (mit hal)

Übrigens: Das ABC vorm Alarm steht für atomare, biologische oder chemische Gefahren.