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Dienstag, 14.11.2017

70 Jahre Ehe ohne Skandale

Schon als Teenager hatten sie sich ineinander verliebt: Die Queen und Prinz Philip feiern ihren 70. Hochzeitstag. Ein Biograf meint: Sie trägt die Krone und er hat zu Hause die Hosen an.

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Königin Elizabeth II. und ihr Gemahl Prinz Philip.
Königin Elizabeth II. und ihr Gemahl Prinz Philip.

© dpa/Andy Rain

Das Brautpaar bei der Hochzeit am 20. November 1947 in London.
Das Brautpaar bei der Hochzeit am 20. November 1947 in London.

© dpa

Die prunkvolle Krönungszeremonie in der Westminster-Abtei.
Die prunkvolle Krönungszeremonie in der Westminster-Abtei.

© dpa

London. Stolze 70 Jahre verheiratet. Damit stellen Königin Elizabeth II. (91) und Prinz Philip (96) in der Geschichte der britischen Royals einen Rekord auf. In Deutschland spricht man bei einem solchen Jubiläum oft von einer Gnadenhochzeit. Für Elizabeth II. und Prinz Philip ist es am 20. November so weit - gefeiert wird allerdings ganz privat. Eine Begründung nannte der Buckingham-Palast nicht.

Das für das hohe Alter noch rüstige Paar zieht sich seit einiger Zeit langsam aus der Öffentlichkeit zurück. Die Queen nimmt zwar noch viele offizielle Termine wahr, ihr Philip aber ist vor einigen Monaten in Rente gegangen - mit 96 Jahren. Trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, die Königin seines Herzens hin und wieder bei Terminen zu begleiten.

Konflikte trage das Paar nie nach außen, sagt Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert (80) der Deutschen Presse-Agentur. Philip sei der einzige, der Kritik an der Königin üben dürfe. Dies verdeutliche ihre tiefe Verbundenheit. „Er hat ihr die Meinung gesagt und ist auch mal wütend aus dem Zimmer gerannt.“ Für Biograf Gyles Brandreth steht fest: „Die Queen trägt die Krone, aber ihr Ehemann hat die Hosen an.“

Schon mit 13 Jahren verliebte sich Elizabeth in den schneidigen Philip, mit dem sie weitläufig verwandt ist. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, sagte die Queen. Sie schrieben sich zunächst Briefe. Der griechische Prinz aus dänisch-deutschem Adel, der kaum Vermögen besaß, war keineswegs die erste Wahl ihrer Eltern.

Doch Lilibet, so wurde sie damals gerufen, ließ nicht locker. Prinzessin Elizabeth und Leutnant Philip Mountbatten von der Royal Navy gaben sich 1947 in der Westminster Abbey in London das Jawort.

Trotz Kriegsfolgen war es eine Märchenhochzeit mit 2000 Gästen. Die königliche Familie gab wegen der kurz nach Kriegsende noch geltenden Rationierungen dafür alle der ihnen zustehenden Kleidercoupons her. Elizabeths Kleid war mit 10 000 Perlen bestickt. Das Paar bekam tausende Geschenke und Telegramme aus aller Welt.

Mit der Hochzeit änderte sich alles für Philip. „Seit 1947 führt er nur das Leben, das er führt, weil er die Frau geheiratet hat, die er geheiratet hat“, schrieb Biograf Brandreth. 1953 wurde Elizabeth Königin. Philip gab seine aktive Karriere bei der Marine auf.

Der Prinz wich nicht mehr von der Seite seiner Liebsten. Immer ein paar Schritte hinter der Königin her, hier und dort ein Schwätzchen. Was ihn wurmte: Er durfte seinen Familiennamen nicht vererben. „Philip schäumte vor Wut“, schrieb Brandreth. „Ich bin nur eine verdammte Amöbe“, soll Prinz Philip geschimpft haben.

Ihre Liebe zueinander bezeugt das Paar in vornehmer Art auch öffentlich. Die Queen betonte, dass Philip immer ihre Stärke und ihr Halt ist: „Ich bin ihm mehr schuldig, als er jemals zugeben würde.“

Philip, bekannt für seinen derben Humor, soll seine Frau zärtlich „cabbage“ (Kohlkopf) und „sausage“ (Würstchen) nennen. In einer Rede lobte der Herzog von Edinburgh, so sein offizieller Titel, sie mit den Worten: „Die Queen verfügt über Toleranz im Überfluss.“ Eine Bemerkung, die für Stirnrunzeln sorgte. Waren sie sich stets treu?

Einige britische Medien halten frühere Affären des stattlichen Prinzen für möglich, etwa mit der inzwischen verstorbenen Tänzerin Pat Kirkwood. Er besuchte sie 1948 in ihrer Garderobe und lud den Star zum Dinner ein, als Elizabeth schwanger war. Kirkwood betonte aber stets, niemals ein Techtelmechtel mit Philip gehabt zu haben.

Ob die Queen und ihr Philip sich manchmal nach einer ganz normalen Ehe - ohne Beobachtung auf Schritt und Tritt - sehnen? Einfach so in den Tag hineinleben? Im Palast ist alles der Pflicht untergeordnet. Darunter litten auch die vier Kinder Charles, Anne, Andrew und Edward. Sie hätten nicht viel von ihrer Mutter gehabt, so Charles.

Das Paar machte schwere Stunden durch, als binnen kurzer Zeit die Ehen von drei seiner Kinder scheiterten. Im „Schreckensjahr“ 1992 stand am 20. November - genau am Hochzeitstag vor 25 Jahren - Schloss Windsor in Flammen. Fünf Jahre später starb Ex-Schwiegertochter Diana bei einem Autounfall. Das Volk trauerte, die Queen schwieg. Das nahmen ihr die Briten übel. Heute fliegen ihr wieder die Herzen zu.

Ein Rücktritt der Queen wegen ihres hohen Alters gilt unter Kennern der Royals als unwahrscheinlich. „In einer Rede mit 21 Jahren hat sie gesagt, dass sie bis zum letzten Atemzug ihre Pflichten erfüllen wird“, sagt Seelmann-Eggebert. „Ich glaube, daran hält sie sich.“ (dpa)

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Demokrat

    Nun wenn man in der Familie der Royals geboren wird hat man den Vorteil das man sich nie drum sorgen muß wie man seinen Lebensunterhalt bestreitet - Das gilt bis zu Enkeln Ur -Enkel usw. Nun wird immer dagegengehalten wie anstrengend aber auch so ein Leben ist man muß viel repräsentieren hat viele Termine ect. Nun ein Bergarbeiter,eine Krankenschwester,ein Handwerker hat oft Schwerstarbeit zu verrichten u. muß sehen wie er mit der Familie über die Runden kommt. Hinzu muß man auch einmal das angehäufte Vermögen der Royals betrachte u. Jahrhunderte zurückgehen wo der Besitz durch Krieg u. Raub aufgebaut wurde - so zb engl. Kolonien ,was wurde nich alles auch Indien geraubt so Diamanten der Krone ect. Den Buckinghampalast hat man dem Staat übergeben mit lebenslangen Wohnrecht ohne Miete das bedeutet das die Millionenschwere Familie nicht für Werterhaltung ect aufkommen muß.Die Hauptaufgabe der engl Royals besteht in Erhaltung u. Vermehrung des Vermögens. Staatlich haben sie keinen Einfluß

  2. Roba

    Mancher hat Glück, dass das Grundgesetz auch die Freiheit seiner Form verqueren Geistes garantiert.

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