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Samstag, 30.12.2017

450 Wochen in den Charts

Santiano begannen als Vorband für Helene Fischer. Heute füllen sie selbst die großen Hallen – auch in Riesa.

Die Gründung der Band Santiano war eher ein Zufall: Bei einer Party jammten die fünf Musiker zusammen Seemannsmusik – und was ein anwesender Produzent dabei hörte, gefiel ihm. Heute sind die Konzerte der Band oft schon Wochen vorher ausverkauft.
Die Gründung der Band Santiano war eher ein Zufall: Bei einer Party jammten die fünf Musiker zusammen Seemannsmusik – und was ein anwesender Produzent dabei hörte, gefiel ihm. Heute sind die Konzerte der Band oft schon Wochen vorher ausverkauft.

© PR/C. Barz

Riesa. Es gibt Künstlerkarrieren, die verlaufen wie im Zeitraffer. Gerade einmal sechs Jahre ist es her, dass Musikproduzent Hartmut Krech nach einer Jam-Session fünf Musiker zusammenbrachte, um einen Mix aus Volksliedern, Irish Folk und Seemannsmusik auf die Bühne zu bringen. Für die Combo Santiano, angelehnt an ein Shanty aus dem 19. Jahrhundert, ging es seitdem Schlag auf Schlag: 2013 treten die Musiker noch als Vorband für Schlagersängerin Helene Fischer auf, ein Jahr später geht es für die Jungs aus Schleswig-Holstein zu „Unser Song für Dänemark“. Beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest belegt die Gruppe den dritten Platz. Heute füllen Hans-Timm Hinrichsen, Pete Sage, Björn Both, Axel Stosberg und Andreas Fahnert selbst die großen Hallen. Ihre gerade erst beendete Akustik-Tour war schon Monate vor Beginn restlos ausverkauft. Drei Echos hat die Gruppe mittlerweile abgeräumt, zusammengenommen war sie 450 Wochen lang in den deutschen Charts vertreten.

Abzusehen war das nicht. Als sich die Gruppe 2011 gründete, kannten sich die fünf Bandmitglieder allenfalls flüchtig. Pete Sage beispielsweise war zuvor bei verschiedenen Sängern als Begleitmusiker tätig, etwa bei Marius Müller-Westernhagen; Andreas Fahnert schrieb Filmmusik, zum Beispiel für die Werner-Filme. Auch die anderen Drei spielten bei unterschiedlichen Bands. An einen Durchbruch ausgerechnet mit Seemanns-Rock habe keiner geglaubt, sagte Hans-Timm Hinrichsen in einem Interview mit der ARD: „Der plötzliche Erfolg hat uns hinten über geschmissen.“

Auch in Riesa waren beim letzten Auftritt der Band rund 6 300 Zuschauer in der Sachsenarena. Gut möglich, dass dieser Wert in diesem Jahr noch einmal getoppt wird, wenn die Gruppe am 7. Februar 2018 ihre neue Tournee in Riesa starten wird.

Einer, der schon seit Wochen Karten für das Konzert besorgt hat, ist Sebastian Nebel. Der Riesaer ist Fan der ersten Stunde. „Sonst hat man ja kaum eine Chance, an Karten zu kommen“, sagt er. Er sei Fan der ersten Stunde, höre gerne Seemannsmusik, weil seine familiären Wurzeln auch an der See liegen. Zum Konzert 2014 war er mit seiner Frau und den beiden Kindern in der Sachsenarena. „Wir sind dann direkt nach vorn gegangen. Man muss ja nicht die ganze Zeit sitzen während des Konzerts“, erzählt er und lacht. Das Publikum sei schon damals sehr gemischt gewesen. „Bei den Santiano-Konzerten sieht man alles, von Jung bis Alt.“

Das bestätigt, was die „älteste Boygroup der Welt“ auch selbst über sich sagt: Man wolle Grenzen überschreiten – und verschiedene Musikgeschmäcker und Generationen unter einen Hut bringen. Vielleicht hat Gitarrist Björn Both im Interview mit den Westfälischen Nachrichten am besten auf den Punkt gebracht, was den Erfolg dieser Gruppe so besonders macht: „Wenn mir jemand gesagt hätte, dass mal eine Band mit demselben Liedgut in einem Jahr bei Carmen Nebel und in Wacken auftritt, hätte ich gesagt: Du spinnst!“

Für Konzertbesucher bietet die FVG ein Vip-Upgrade an. Wer möchte, kann seine Karten in der Riesa-Information bereits beim Kauf zum VIP-Ticket aufwerten. Jeder Konzertgast kann diese Vorzüge für 75 Euro hinzubuchen. Dafür erhalten die Besucher einen separaten Zugang zum Balkon der Sachsenarena, einen Parkplatz direkt vor der Veranstaltungshalle, eine separate Garderobe sowie ein exklusiv angerichtetes Catering. (SZ)

VIP-Pakete sind unter Telefon 03525 529422 oder ticketservice@tourismus-riesa.de erhältlich.