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Dienstag, 17.04.2018

1,6 Millionen Euro für die Holperpiste

Der Freistaat Sachsen fördert den Ausbau der Industriestraße als künftiger Zubringerstraße zur S 84 mit 90 Prozent der Kosten.

Von Uta Büttner

Stimmt denn auch die Fördersumme? Als der sächsische Verkehrsminister Martin Dulig (links im Bild) den Fördermittelbescheid zum Ausbau der Industriestraße in Coswig übergibt, prüfen Oberbürgermeister Frank Neupold (Mitte) und Kämmerer Thomas Schubert gleich erst einmal, ob der Geldbetrag auch richtig eingetragen ist.
Stimmt denn auch die Fördersumme? Als der sächsische Verkehrsminister Martin Dulig (links im Bild) den Fördermittelbescheid zum Ausbau der Industriestraße in Coswig übergibt, prüfen Oberbürgermeister Frank Neupold (Mitte) und Kämmerer Thomas Schubert gleich erst einmal, ob der Geldbetrag auch richtig eingetragen ist.

© Norbert Millauer

Coswig. Ab Mitte des Jahres wird die Industriestraße in Coswig grundhaft ausgebaut. Der sächsische Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) hat gestern den Fördermittelbescheid in Höhe von 1,55 Millionen Euro an Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) in den Räumen der Herlac Coswig GmbH übergeben. Das sind 90 Prozent und damit der mögliche Höchstsatz der gesamten geplanten Baukosten. Möglich ist diese hohe Förderung, da die Straße später Zubringer zur Staatsstraße S 84 Elbtalstraße sein soll. „Als Erstes müssen Sie einmal die Industriestraße hoch- und runterfahren, damit Sie wissen, warum Sie den Bescheid heute übergeben“, sagte Frank Neupold scherzhaft beim Eintreffen des Ministers.

Als Ort der Übergabe wählte die Stadt mit Herlac eine Firma, die unmittelbar von der Erneuerung profitieren wird. „Gefühlt warten alle Anlieger schon 20 Jahre darauf“, sagte Geschäftsführer Stefan Gramm. Aber den bisherigen Zustand nahm das Unternehmen auch gelassen: „Wir haben die Straße immer als Teststrecke für unsere Lieferung nach Osteuropa genommen. Wenn unsere Lkws diese gut überstanden haben, dann kommen sie auch dort gut an“, sagte er augenzwinkernd. Doch der Bau sei nur der erste Schritt, für die Entwicklung des gesamten Industriegebietes ist die Fertigstellung der S 84 dringend notwendig, betonte Stefan Gramm. Obwohl das Unternehmen der geplanten Staatsstraße auch mit einen lachenden und einem weinenden Auge entgegensieht, da eine Halle abgerissen werden muss. „Wir haben aber genügend Fläche für einen Ersatzbau“, sagte der Geschäftsführer.

Wann mit dem Weiterbau der Elbtalstraße S 84 begonnen werden kann, ist noch völlig offen. „Die S 84 enthält viele sensible Bereiche. Aber wir sind mitten in den Planungen der restlichen Abschnitte“, sagte Martin Dulig. „Dabei scheitert es nicht am Geld, sondern die Planungsabläufe sind sehr komplex.“ Deshalb sei eine Angabe zum Baustart völlig unmöglich.

Auch wenn die durchgehende Elbtalstraße noch Zukunftsmusik ist, freut sich Coswigs Oberbürgermeister über den bereits jetzt möglichen Bau der Industriestraße als späteren Zubringer zur S 84: „Das kommt als Erstes der Erreichbarkeit der hier angesiedelten Unternehmen zugute.“

Der Bau der knapp einen Kilometer langen Industriestraße erfolgt in zwei Abschnitten. Zunächst wird die Strecke zwischen Dresdner Straße und Am Baggerteich erneuert. 2019 ist der Bau bis zum Ziegelweg vorgesehen. Laut Frank Neupold sind die aufzubringenden Eigenmittel im Haushalt eingetaktet. Zunächst erfolgen nun die Ausschreibungen, in der Hoffnung Baufirmen zu finden, die auch im geplanten Rahmen Angebote unterbreiten.

Und dann hofft die Stadt noch auf Fördermittel für die Sanierung der angrenzenden Dresdner Straße bis nach Brockwitz.

Die Industriestraße ist nicht die einzige anstehende Baumaßnahme. So käme laut Martin Dulig in den nächsten Tagen auch der Förderbescheid für den Ausbau der Moritzburger Straße zwischen Salzstraße und Weinböhlaer Straße. Zudem sind der Ausbau der Elbgaustraße und der Grenzstraße geplant. Diese Baumaßnahmen werden vor allem im nächsten Jahr die Geduld der Verkehrsteilnehmer erfordern. Aber die Stadt will laut Frank Neupold mit vernünftigen Umleitungen für Entlastung sorgen.